Die Oktoberhallen in Wieze haben am Freitag einen packenden Auftakt der Lecot Belgian Darts Open erlebt. Während sich die Nachmittags-Session noch mit einem brisanten Duell voller Vorgeschichte als Höhepunkt begnügte, gehörte der Abend ganz den belgischen Gastgebern. Kim Huybrechts und Andy Baetens sorgten für ausgelassene Feier-Stimmung in Flandern – und schickten eine klare Botschaft an das gesamte Feld: Belgien spielt mit.
Der Abend gehört dem Hurricane
Es sollte das Topspiel des Freitagabends werden. Und es wurde genau das. Kim Huybrechts traf vor dem belgischen Heimpublikum in Wieze auf den Deutschen Niko Springer. Huybrechts hatte sich seinen Startplatz bei den Belgian Darts Open auf dem langen Weg über den belgischen Host-Nation-Qualifier verdient. Diesen Schwung nahm er mit auf die European-Tour-Bühne und schlug den „Meenzer Bub“ dank eines 101er Averages mit 6:3.
Baetens schlägt Cullen in einem Herzschlag-Finale
Wenn Huybrechts das Topspiel des Abends gewann, dann war es Andy Baetens, der die Sensation des gesamten Freitags lieferte. Der belgische Qualifikant bekam es mit Joe Cullen zu tun – mit 250 Spielen auf der European Tour einer der erfahrensten Spielern. Baetens ließ sich davon nicht beeindrucken und bezwang Cullen im Decider mit 6:5.
Mansell demontiert Smith – Schweyen verliert die Nerven
Bereits die Nachmittags-Session hatte es in sich. Das emotionalste Duell des Tages lieferten Mickey Mansell und Michael Smith. Die Vorgeschichte war bekannt: Smith hatte Mansell nach ihrem Qualifier-Duell im Februar öffentlich als schlechten Spieler bezeichnet. Der Handschlag vor dem Spiel fiel aus, kein Augenkontakt, keine Geste. Mansell lieferte auf der Bühne eine klare Antwort und schickte Smith mit 6:3 nach Hause.
Das dramatischste Match des Nachmittags lieferte Ryan Meikle gegen den Belgier Francois Schweyen. Der Lokalmatador führte bereits mit 4:1, hatte das gesamte Publikum hinter sich und verpasste zahlreiche Darts auf Doppel. Dann verlor er völlig den Faden und gab fünf Legs in Folge ab. Für die belgischen Fans die bitterste Pille des Tages.
Mit Pascal Devroey verabschiedete sich der vierte Host Nation Qualifier schon früh am Tag. Im Spiel gegen Luke Woodhouse hatte der Belgier wenig entgegenzusetzen, konnte bei seinem European-Tour-Debüt aber zwei Legs mit nach Hause nehmen.
„The Finnisher“ kehrt zurück – zwölf Jahre später
Elf Jahre und elf Monate – so lange hatte Jani Haavisto auf sein Comeback auf der European Tour gewartet. Der Finne kämpfte sich über den Nordic & Baltic Qualifier und sicherte sich so den Startplatz in Wieze. In seiner Erstrundenpartie gegen Niels Zonneveld blieb „The Finnisher“ zwar chancenlos blieb, aber sorgte allein durch seine Anwesenheit für eine der Geschichten des Freitags.
Alle Ergebnisse am Freitag
Niels Zonneveld 6:4 Jani Haavisto
Luke Woodhouse 6:2 Pascal Devroey
Scott Williams 2:6 Ricky Evans
Ryan Joyce 6:4 Adam Gawlas
Cameron Menzies 6:1 Sietse Lap
William O’Connor 6:1 Tyler Thorpe
Ryan Meikle 6:4 Francois Schweyen
Michael Smith 3:6 Mickey Mansell
Dave Chisnall 6:2 Thibault Tricole
Krzysztof Ratajski 4:6 Cristo Reyes
Joe Cullen 5:6 Andy Baetens
Wessel Nijman 3:6 Sebastian Bialecki
Raymond van Barneveld 1:6 Boris Krcmar
Daryl Gurney 6:1 Ian White
Niko Springer 3:6 Kim Huybrechts
Dirk van Duijvenbode 6:3 Lukas Wenig
Ausblick auf Samstag
Am Samstag greifen die Top 16 der PDC Order of Merit in das Turniergeschehen ein. Luke Littler will seine Mission Titelverteidigung gegen Boris Krcmar starten, Michael van Gerwen bekommt es mit Mickey Mansell zu tun. Die Belgier träumen derweil von weiteren Siegen: Andy Baetens fordert Stephen Bunting, Kim Huybrechts trifft auf Josh Rock. Die Oktoberhallen werden erneut zum Hexenkessel.